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Keine Angst vor "Banalitäten"

Hinweise für die Organisation
der ersten Arbeitswochen in der Schule

Formalitäten:
Informationen beschaffen
Mitteilungsbuch
Vertretungen
Klassenbuch
Konferenzbeschlüsse
Teilnahme Konferenzen
Schul- und Hausordnung

Organisation:
Didaktische "Notbox"
Übernahme einer Lerngruppe
Leistungsdaten sammeln
Schriftliche Lernzielkontrollen
organisieren

Technik:
Arbeit mit der Wandtafel
Technische Medien
Schalttafeln im MNU

Umgang mit Lerngruppen:
Die erste Begegnung
20 kleine Hinweise

Zusammenfassung:
Seien Sie neugierig
Sie heben Verantwortung

Den Beruf ausüben

Während Ihres Studiums haben Sie Schulpraktika absolviert und in diesem Rahmen selbst unterrichtet. Jetzt erleben Sie die Ernstsituation eigener, vollgültiger Berufsausübung in einem zunächst wenig vertrauten und sehr komplexen Arbeitsfeld.

Wer die Banalitäten nicht beherrscht -
den beherrschen die Banalitäten.

Neben der Beherrschung des Stoffes und der Entwicklung von Unterrichtskonzepten gibt es viele banale, doch in ihren Wirkungen bedeutsame Details, die Sie kennen müssen, aber selbst noch nicht kennen können.

Im Folgenden werden einige dieser „Banalitäten" dargestellt und Empfehlungen dafür ausgesprochen, wie sie sich bewältigen lassen. Diese Hinweise  gehen auf Erfahrungen und Anregungen aus dem Kreise Ihrer Kollegen zurück.

Handlungssicherheit gewinnen

Vorbeugen ist also besser, als durch Schaden klug zu werden. Gewinnen Sie Handlungssicherheit, indem Sie sich auf alle die Dinge einstellen, die sich vorab in Erfahrung bringen lassen. Überraschungen gibt es auch dann noch genug.

Unterricht planen

Sorgfältige Planung und Vorbereitung des Unterrichts lassen Sie mit dem Bewusstsein der Sicherheit in Ihre ersten Unterrichtsstunden zu gehen. Dafür finden Sie Hinweise auf der Webseite "Sieben Schritte der Unterrichtsplanung". Für die Unterrichtsorganisation enthält die Webseite "'Vademecum' - Handreichung zur Verbesserung der Unterrichtssituation'"viele jetzt und später beherzigenswerte Anregungen.

 

1. Formalitäten

Informationen beschaffen

Suchen und sammeln Sie Informationen, wo immer Sie sie finden; verwerten Sie sie für die Planung und Organisation Ihres Unterrichts. Hier einige Möglichkeiten, die als Beispiel dafür dienen, wie Sie sich Informationen, Anregungen und Orientierungshilfen beschaffen können.

  • Rahmenpläne lesen,
  • Klassenbücher Ihrer neuen Lerngruppen durchsehen,
  • Arbeitspläne - auch die vergangener Halbjahre - des jeweiligen Faches nachlesen,
  • Klassenarbeiten und Lernerfolgskontrollen lesen und aus ihnen Anregungen gewinnen,
  • Schüleraufzeichnungen (Hefte, Ordner) einsehen.

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Mitteilungsbuch und Vertretungsplan

Hier teilt die Schulleitung - oft auch kurzfristig - aktuelle Informationen mit, die Folgen für die eigene Arbeit haben. Sehen Sie sofort nach Eintreffen im Lehrerzimmer diese Informationen ein und wiederholen Sie das, bevor Sie die Schule verlassen.

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Vertretungen

Sie können im Rahmen Ihres Ausbildungsunterrichts zu Vertretungen herangezogen werden. Das gilt vor allem für Vertretungen, die durch Kuren, Klassenfahrten und längere Erkrankungen notwendig werden. Kurzfristige Vertretungen sind nur zulässig, wenn sich die Aufsichtspflicht der Schule anders nicht gewährleisten lässt.

Empfehlung:
Haben Sie immer zwei bis drei generell interessante Stoffe in Bereitschaft, mit denen Sie eine brauchbare Vertretungsstunde gestalten können. Weiterführende Vorschläge finden Sie auf der Webseite Vertretungen’.

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Das Klassenbuch

Das Klassenbuch ist ein wichtiges Dokument und muss sorgfältig geführt werden. Anlage und Handhabung sind jedoch nicht selbstverständlich.

  • Machen Sie sich mit Anlage und Aufbau des Klassenbuches vertraut. Lassen Sie sich von
    einem geeigneten Gesprächspartner ggf. über die Eintragungspraxis informieren.
  • Eintragungen müssen leserlich und trotz knapper Formulierung auch zu einem späteren Zeitpunkt verständlich sein. Üben Sie also, z.B. im Rahmen Ihrer Hospitationen, die Formulierung von Eintragungen.
    Achtung, Falle: Die Farben rot und grün sind der Schulleitung vorbehalten.
  • Lassen Sie sich auch informieren, wie an Ihrer Ausbildungsschule die Listen mit den Ergebnissen der Klassenarbeiten bzw. Klausuren geführt werden.

Für die Kurshefte der Oberstufe gelten diese Hinweise entsprechend.

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Wichtige Konferenzbeschlüsse

Wichtige Beschlüsse der Gesamtkonferenz und der Fachkonferenzen sind allen Kollegiumsmitgliedern so selbstverständlich - nur Ihnen nicht -, dass kaum einer auf den Gedanken kommen wird, Sie von sich aus über sie zu informieren. Dabei stellen sie oft genug das "Kleingedruckte" dar, das man kennen muss, um nicht anzuecken.

Lassen Sie sich die Sammlung der Konferenzbeschlüsse vorlegen oder wichtige Konferenzbeschlüsse mitteilen. Mindestens sollten Sie Ihre Fachbereichsleiter fragen, welche Beschlüsse zu Notengebung, Leistungsbewertung, Korrektur von Klassenarbeiten u.v.a.m. es gibt.

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Teilnahme an Konferenzen

Alle Lehramtsanwärter sind als Kollegiumsmitglieder zur Teilnahme an den Konferenzen verpflichten. In der Gesamtkonferenz haben Sie Stimmrecht, wenn Sie sechs oder mehr Stunden selbständigen Unterricht erteilen. Wenn sich Seminar- und Konferenztermine überschneiden, bitten Sie den Seminarleiter um Entscheidung, welchen Termin Sie wahrnehmen. Ausbildungstermine haben i.d.R. Vorrang vor schulischen Terminen.

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Schul- bzw. Hausordnung

Das Schulgesetz ( 76 Abs. 2 Nr. 8 SchulG) und die Ausführungsvorschriften über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen räumen den Schulen die Möglichkeit ein, eine Hausordnung zu erlassen. Auch sie gehört zum "Kleingedruckten". Schüler genießen es, wenn sie diese Regelungen besser kennen als Sie.

Informieren Sie sich über Regelungsstand und entsprechende Praxis an Ihrer Schule.

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2. Organisation

Die didaktische "Notbox"

Empirisch gesichert ist die Tatsache, dass in den ersten Stunden neu in der Lerngruppe unterrichtender Lehrer viele Gebrauchsmaterialien (Kreide, Schwamm, Lappen etc.) rein "zufällig" fehlen. Richten Sie eine kleine Tasche o. Ä.. ein, die mindestens enthält:

  • zwei bis drei Stücke weiße Kreide,
  • je ein Stück Kreide in den Farben gelb, orange, hellgrün
  • (alle anderen Farben sind unpraktisch),
  • drei bis vier Folienschreiber in den Farben schwarz, blau, rot, grün -
    das genügt,
  • ein oder zwei Folien.
  • Wenn irgend möglich,
    sollten Sie stets einen für Autoscheiben gebräuchlichen Reinigungskombigriff bei sich haben. Damit können sie die meist verschmierte Wandtafel schnell und wirkungsvoll in eine saubere Schreibfläche verwandeln - das lohnt sich.

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Übernahme einer Lerngruppe

Bevor Sie eine Lerngruppe selbst unterrichten, werden Sie in der Regel dort hospitieren. Diese Zeit sollte Ihnen neben der Beobachtung des Unterrichts auch dazu dienen, Informationen über die Lerngruppe zu sammeln.

Am wichtigsten:

Lernen Sie die Namen -
intensiv, systematisch, schnell. Den Schülern beweist es Ihr persönliches Interesse, und Sie können die Schüler nicht nur persönlich ansprechen, sondern auch identifizieren. Nutzen Sie dazu, so weit möglich, die Hospitationen.

Worauf zu achten sich außerdem lohnt:

  • themenbezogene Kenntnisse und - fast noch wichtiger - Unkenntnisse,
  • Beherrschung von Arbeitsverfahren und -techniken oder fehlende Vertrautheit,
  • eingeführte Lehrbücher und/oder sonstige Unterrichtsmaterialien,
  • individual- und sozialpsychologische und/oder gruppendynamische Besonderheiten.

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Sammeln von Daten für die Beurteilung mündlicher Leistungen

Denken Sie von Anfang an daran, Daten über die mündliche Mitarbeit (sog. Allgemeiner Teil) in geeigneter Form zu sammeln. Detaillierte Vorschläge dazu finden Sie auf der Webseite
"Das Erfassen und Bewerten mündlicher Leistungen".

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Organisation schriftlicher Lernzielkontrollen

Die Ausführungsvorschriften über schriftliche Klassenarbeiten haben zur Folge, dass für jede Lerngruppe die Termine der Klausuren, Klassenarbeiten und Tests frühzeitig und weiträumig geplant werden müssen.

  • Interessieren Sie sich beizeiten für die an Ihrer Ausbildungsschule übliche Terminorganisation, bevor Sie unter Handlungsdruck stehen.
  • Legen Sie dem Schulleiter bzw. dem von ihm beauftragten Fachbereichsleiter drei jeweils repräsentative Exemplare vor.

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3. Technik

Arbeit mit der Wandtafel

Weil hier keine technischen Voraussetzungen zu beherrschen sind, bleibt oft unbemerkt, dass auch die Arbeit mit der Wandtafel geübt werden muss und verbessert werden kann.

  • Üben Sie vor allem Raumaufteilung, Schriftgröße und Leserlichkeit der Schrift.
    Schreiben Sie, wenn irgend möglich, in Druckschrift.

    Für Einzelheiten wird auf die Webseite ‘Arbeit mit der Wandtafel' verwiesen. Dort finden Sie insbesondere Informationen über die verschiedenen didaktischen Funktionen der Wandtafel.

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Technische Medien

Projektoren, Kassetten- und Videorecorder, technische Geräte versagen vor allem dann, wenn es wirklich darauf ankommt, dass sie funktionieren. Oft liegt der Fehler nicht am Gerät, sondern der Benutzer kennt die Feinheiten der Bedienungsanleitung nicht. Der Medienkurs vermittelt zwar Strukturkenntnisse, aber jedes Fabrikat hat seine tückischen Finessen.

  • Machen Sie sich mit der Funktion der Geräte, die Sie benutzen wollen, vorab in Ruhe vertraut.
  • Prüfen Sie das in einer Stunde zur Verwendung vorgesehene Gerät - wenn irgend möglich - außerhalb des Unterrichtsraumes und vor Unterrichtsbeginn. Bei Versagen des Geräts können Sie dann vielleicht eine Ersatzlösung finden.
  • Üben Sie in einer Freistunde die Aufstellung und Einstellung des Overheadprojektors (Tageslichtprojektor, Polylux). Erproben Sie Abstände, Bildgrößen, Scharfeinstellung, Vermeidung von Bildverzerrung etc. systematisch. Nur so lässt sich in den oft beengten Raumverhältnissen eine didaktisch funktionale Projektion erreichen. Improvisieren kostet Zeit und führt zu unbefriedigenden Ergebnissen.

    Für Einzelheiten wird auf die Webseite "Arbeit mit dem Overheadprojektor" verwiesen. Dort finden Sie insbesondere Informationen zu  den verschiedenen didaktischen Funktionen
    des Overheadprojektors.

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Schalttafeln in naturwissenschaftlichen Fachräumen

Moderne Schalttafeln in naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen sind meist differenziert und deswegen i.d.R. kompliziert konstruiert. Insbesondere sprechen die empfindlichen Sicherheitsschaltungen oft schon auf Belanglosigkeiten an, und viele Anlagen können nur mit exakter Beachtung bestimmter Schrittfolgen wieder in Betrieb genommen werden. Mithin haben Sie reichlich Gelegenheit, hilflos und/oder inkompetent zu wirken, wenn Sie die richtigen Schalter erst suchen müssen.

  • Machen Sie sich unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen mit der Anlage vertraut und üben Sie vor allem den Umgang mit den Sicherheitsschaltungen, bis Sie jeden Handgriff selbstverständlich geläufig beherrschen.
  • Prägen Sie sich auch Anbringung und Zuordnung der Lichtschalter. Der Verfasser hat schon erlebt, dass noch nach drei Monaten Arbeit im Physikraum Lage und Funktion des Experimentierlichts unbekannt waren. Der Schalter für die Tafelbeleuchtung wurde manchmal sogar noch später entdeckt.

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4. Umgang mit Lerngruppen

Auch hier gibt es Banalitäten, wenngleich - wie Sie sehen werden - solche höheren Grades. Hier können nur einige knappe Hinweise gegeben werden. Ausführliche Empfehlungen finden Sie auf der Webseite "Vademecum" - Handreichung zur Verbesserung der Unterrichtssituation.

Zitiert sei vor allem die Empfehlung,
Bestimmtheit und Entschiedenheit immer mit Freundlichkeit und Zuwendung zu verbinden.

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Die erste Begegnung mit einer Lerngruppe

Stellen Sie sich vor und schreiben Sie Ihren Namen deutlich leserlich an die Tafel.

Im Übrigen gilt:

  • Treten Sie erfolgsgewiss auf.
  • Zeigen Sie Überlegenheit, d. h.

positiv definiert:
Seien Sie offen und freundlich,
verbindlich und sicher,
geduldig und konsequent,
gelassen, dabei erkennbar aktiv,
suchen Sie Blickkontakt zu den einzelnen Schülern,
aber auch zur ganzen Lerngruppe bis in die letzte Reihe
und bis in die Ecken - jeder muss spüren, dass er gesehen wird;

negativ definiert:
So Sie nervös sein sollten - behalten Sie es für sich,
verzichten Sie auf autoritäres Gehabe,
biedern Sie sich nicht an,
vermeiden Sie sprunghaftes oder launenhaftes Verhalten,
lassen Sie sich nicht provozieren oder in eine Falle locken,
wenn Schüler den "Echtheitstest" mit Ihnen veranstalten.

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Immer beachtenswert 

  1. Beginnen Sie den Unterricht nicht unter Zeitdruck - seien Sie also immer etwas vor Stundenbeginn in der Klasse.
  2. Beginnen Sie den Unterricht nicht, wenn es noch unruhig ist. Setzen Sie erst eine Zäsur zwischen Pause und Unterricht - dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten - und sorgen Sie für Arbeitshaltung und Konzentration.
  3. Achten Sie auf eine didaktisch sinnvolle Sitzordnung. Bestehen Sie mit freundlicher Beharrlichkeit darauf, sie zu schaffen. Das gilt vor allem für Lerngruppen, die zeitweilig den Raum einer anderen Klasse nutzen.
  4. Beschäftigen Sie die Schüler, sonst sucht sich ihr Aktivitätsbedürfnis unterrichtsfremde Themen. Im Übrigen haftet selbst Erarbeitetes länger. Sorgen Sie also dafür, dass die Schüler möglichst oft konkrete Arbeitsaufträge ausführen.
  5. Nutzen Sie das Prinzip der minimalen Hilfe: Machen Sie im Unterricht nur das, was die Schüler nicht selbst leisten können.
  6. Kombinieren Sie jeweils möglichst mehrere 'Eingangskanäle' (siehe Frederic VESTER: auditiver, visueller, haptischer, intellektueller Lerntyp) - das erhöht Verständnis und Behaltensleistung.
  7. Mit Ihren Tafelanschrieben, der Gestaltung von Arbeitsbögen usw. setzen Sie Maßstäbe für die Schüler. Auf vorbildliche äußere Form achten. Also: Korrektur lesen, Rand lassen, Zeilen auf Textbögen immer nummerieren (Fünferschritt) usw.
  8. Legen Sie nicht mehrere Gegenstände in eine Stunde. Jede Unterrichtsstunde sollte einen erkennbaren Schwerpunkt haben.
  9. Vermeiden Sie es, Impulse sofort zu wiederholen oder abzuwandeln. Die Schüler müssen nachdenken können, ungeduldig wiederholte oder variierte Impulse stören dabei.
  10. Vermeiden Sie es, Schülerantworten schematisch wiederholen.0
  11. Geben Sie Beiträge und Fragen von Schülern so oft wie möglich an die Klasse zurück - das fördert die Interaktion und entlastet Sie in Ihrer Rolle als "Alleinunterhalter".
  12. Menschen sind "reizhungrig". Planen Sie also - vor allem in der Mittelstufe - Abwechslung, z.B. Wechsel der Arbeits- bzw. Gruppierungsformen ein. Methodenwechsel beugt dem Nachlassen von Konzentration und Aufmerksamkeit vor.
  13. Stellen Sie Arbeitsaufträge vollständig und verständlich. Geben Sie für deren Ausführung eine Zeitangabe.
  14. Gehen sie Anweisungen auf Arbeitsbögen, erste Übungsitems usw. gemeinsam mit den Schülern durch und geben Sie Gelegenheit zu Rückfragen.
  15. Gehen Sie in Stillarbeitsphasen herum, beobachten und ggf. unterstützen Sie die Arbeit der Schüler. Sehen Sie stets ausreichend Zeit für Auswertung und Korrektur (Erfolgskontrolle) vor.
  16. Halten Sie Ergebnisse fest und sichern Sie sie. Beachten Sie, dass es sich dabei um zwei unterschiedliche Vorgänge handelt.
  17. In mindestens zwei Situationen muss jeder Schüler etwas sagen können:
    Bei der Besprechung einer Hausaufgabe, nach einer Stillarbeit. 
  18. Vermeiden Sie im Unterrichtsgespräch Dialoge mit einzelnen Schülern ("Privatgespräche"). Achten Sie vielmehr darauf, dass sich jeder Schüler jederzeit angesprochen fühlt.
  19. Sie brauchen nicht in jeder Stunde eine Hausaufgabe zu stellen. Wenn Sie es tun, muss sie erkennbar sinnvoll sein,
    muss es vor dem Klingeln, klar und präzise geschehen,
    müssen Sie sie in der nächsten Stunde zur Kenntnis nehmen.
  20. "Nicht geschimpft ist genug gelobt."
    Loben Sie Schüler - doch dosieren Sie die Anerkennung situationsgerecht und achten Sie darauf, sie dem Anlass entsprechend zu differenzieren und variieren.
    Bekräftigen Sie erwünschtes Verhalten und ignorieren Sie - so weit ein Eingreifen nicht erforderlich ist - unerwünschtes Verhalten.

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5. Zusammenfassung

Die Organisation einer Schule beruht auf einer Unzahl von unscheinbaren, scheinbar selbstverständlichen Kleinigkeiten.

  • Seien Sie neugierig, gehen Sie mit offenen Augen und Ohren durch Ihre Ausbildungsschule.
  • Interessieren Sie sich, fragen Sie zuständige bzw. Ihnen geeignet erscheinende Gesprächspartner.
  • Halten Sie auch das Banale bis zum Beweise des Gegenteils nicht für belanglos, denn kleine Ursachen können größere Folgen haben, als zunächst zu vermuten ist.

Auch als Lehramtsanwärter sind Sie Lehrer und ebenso verantwortlich wie die anderen Mitglieder des Kollegiums. Bei Zwischenfällen gleich welcher Art, vor allem bei Gewaltätigkeiten, dürfen Sie nicht "wegsehen" und/oder untätig bleiben (Aufsichtspflicht der Schule, Pflicht zur Hilfeleistung gemäß BGB).

  • Werden Sie in situationsgerechter Weise tätig. Oft genug wirkt das besonnene Einschreiten eines Erwachsenen helfend oder beruhigend.
  • Wenn Sie sich einer Situation nicht gewachsen fühlen, ziehen Sie erfahrene Kollegen hinzu oder lassen Sie sie holen.

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Ausgearbeitet von:     Dr. Manfred Rosenbach -       letzte Änderung am: 15.01.08
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