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Theorie oder Praxis ? - Theorie und Praxis !

Ein Plädoyer

Übersicht
1.0 Das Problem
2.0 Worauf kommt es also an?
       2.1 Kenntnisse und Fähigkeiten
       2.2 Was kann Theorie leisten?
3.0 Hinweis auf Vertiefungen

1.0 Das Problem

Die Begriffe Theorie und Praxis gelten allgemein als Gegenpositionen. Gegenwärtig löst der Begriff Theorie eher Geringschätzung und Abwehr aus, während der Begriff Praxis oft unkritisch überhöht wird. Besonders unter Schulpraktikern besteht Neigung, der Praxis den Vorrang vor der Theorie zu geben und Theorie als realitätsfern abzuwerten.
     Diese Frage ist in Wirklichkeit ein Scheinproblem. Theorie darf nicht auf introvertierten, wirklichkeitsfernen Selbstzweck reduziert werden, Praxis nicht zu blindem Aktionismus verkommen. Theorie und Praxis sind aufeinander angewiesen. Um im Sinne von Immanuel KANT (Kritik der reinen Vernunft, Werke in sechs Bänden, ed. Wilhelm WEISCHEDEL, Darmstadt 1983, Band 2, S. 98
, sowie S. 284) zu sprechen:

"Gedanken ohne Inhalt sind leer, 
Anschauung
en ohne Begriffe sind blind."

"Verstand und Sinnlichkeit 
können bei uns nur in Verbindung Gegenstände bestimmen. 
Wenn wir sie trennen, so haben wir 
Anschauungen ohne Begriffe, 
oder Begriffe ohne Anschauungen."

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2.0 Worauf kommt es also an?

2.1 Kenntnisse und Fähigkeiten

Wer den Beruf des Lehrers ausüben will, muss

  • Sachwissen über Unterricht haben;

  • Verfahren zur Erteilung von Unterricht beherrschen,
    also über ein Können verfügen, das sich auf Berufswissen stützt
    und durch Erfahrung gewonnen worden ist;

  • zu verantwortlichem Handeln fähig sein,
    das auf Sachwissen und Können beruht
    und eigene Wertentscheidungen verwirklicht.

Darum wird in der Berliner Verordnung über den Vorbereitungsdienst im Anschluss an die Erste Staatsprüfung (AusbO) vom 18. März 1999 eine Konzeption verwirklicht, die selbständiges verantwortliches Handeln in Unterricht und Erziehung auf einer
                                    leistungsfähigen, weil differenzierten Theorie des Unterrichts
gründen lässt.

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2.2 Was kann Theorie leisten?

Didaktische Theoriebildung kann als strukturierte Verständigung über Unterricht verstanden werden. Das Risiko zu scheitern ist dabei herabgesetzt, weil über Unterricht differenziert nachgedacht wird und verschiedene Möglichkeiten gedanklich erprobt werden können, ohne dass dabei der Druck einer realen Bewährungssituation besteht (vgl. dazu die Webseite "Unterrichtsplanung - Leistungen und Grenzen" und die dort genannten Literaturangaben).

Durch Nachdenken über Unterricht wird der Umgang mit Unterricht selbst eingeübt.

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3.0 Hinweis auf Vertiefungen

Die vorstehenden Ausführungen sind die Zusammenfassung eines Textes, der die Problematik geistes- und begriffsgeschichtlich näher untersucht. Insbesondere wird dargestellt, dass das Begriffspaar Theorie/Praxis eine komplexere Begriffsdreiheit - Wissen, Können, Handeln - missverständlich und folgenreich - verkürzt. Außerdem werden Konsequenzen für die Allgemeine Didaktik erörtert.

Ausführliche Literaturnachweise ergänzen den Text. Sie finden ihn auf  der Webseite
„Theorie
- Techne -  Praxis - Probleme, Begriffe, Bedeutungen".

Auf der Webseite „Theorie - Fundament der Didaktik?  Ein Dilemma und seine Aufhebung" wird außerdem der Stand der allgemeindidaktischen Diskussion zu diesem Thema dargestellt.


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Ausgearbeitet von:     Dr. Manfred Rosenbach -        letzte Änderung am: 11.04.15
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