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Model the master teacher
or
master the teaching model ...

Zwei Konzepte der Lehrerausbildung

Übersicht
1.0 Das Wortspiel
      1.1 Die beiden Konzepte
      1.2 Folgerungen
      1.3 Vertiefungen
2.0 Die aktuelle Diskussion
      2.1 Standards der Lehrerbildung
      2.2 Eine Empfehlung
      2.3 Literaturgrundlage

1.0 Das Wortspiel

1.1 Die beiden Konzepte

Das Wortspiel der Überschrift repräsentiert idealtypisch zwei Konzepte für die Ausbildung von Lehrern:

  • Den Meisterlehrer durch Meisterlehre formen - "modellieren"

  • Das  Lehrmodell meistern

Den Meisterlehrer durch Meisterlehre formen

Dieses Konzept unterstellt, Unterrichtsforschung und Lehrerausbildung können sich am erfolgreichen Lehrer orientieren. Es beruht auf folgenden Annahmen.

  • Aus vorgefundenem Unterricht können gültige Verallgemeinerungen abgeleitet werden.

  • Der angehende Lehrer kann sich die Fertigkeiten des erfolgreichen Lehrers aneignen,
    indem er erfolgreiche Lehrer beobachtet und sie nachahmt.

Kritik des Konzeptes
Dieses Konzept und das auf ihm beruhende Vorgehen verzichten darauf, das unterrichtliche Geschehen und dessen Wirkungszusammenhänge analytisch zu durchdringen. Eine Begriffsbildung, die als Orientierungshilfe dienen könnte, gibt es nicht.

Der angehende Lehrer bleibt einer passiven und unkritischen Haltung verhaftet. Er ist Objekt unbefragter Unterweisung und muss die Autorität nachahmen, ohne dafür tragfähige Begründungen zu erfahren.

Das - oder besser - ein Lehrmodell meistern

Demgegenüber ist  ein anderes Konzept geeigneter. Sein Grundgedanke besteht darin, dass die Erteilung von Unterricht aktiv gemeistert, mithin bewältigt werden kann. Lehrer zu sein kann - und muss - gelernt werden. Nicht jeder ist  - wie oft gesagt wird - »zum Lehrer geboren«. Eine für diesen Beruf günstige Persönlichkeitsstruktur lässt sich kaum erlernen. Doch jeder muss - und kann - die professionellen Kompetenzen erlernen, die in diesem Beruf beherrscht werden müssen.

Dazu ist es erforderlich,

  • die Komplexität des Handlungsfeldes Unterricht schrittweise aufzuhellen,

  • die Elemente des Unterrichts zu untersuchen und dadurch zum Verständnis von Unterricht 
    und dessen Wirkungszusammenhängen beizutragen,

  • auf dieser Grundlage didaktische Handlungsfähigkeit anzubahnen,

  • Lehr- und Lernmodelle zu entwickeln, die es zu "meistern" gilt.

Die Fähigkeit zu unterrichten kann mithin systematisch gelernt werden. Bitte verstehen Sie das als Ermutigung.

Kritik des Konzeptes
Dieses Konzept gibt keine rezeptartigen Handlungsanweisungen, die sich unmittelbar umsetzen ließen. Es trägt jedoch zu besserem Verständnis des eigenen Tuns und somit zu bewussterem Handeln bei. Ferner lässt es den Lehrer Rahmenbedingungen erkennen und macht ihn auf Wirkungszusammenhänge aufmerksam. 

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1.2 Folgerungen

Mithin befähigt das zweite Konzept zu didaktischen Entscheidungen. Sie sach- und situationsgerecht zu treffen ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches didaktisches Handeln.

Die Beobachtung kompetenter und berufserfahrener Lehrer kann das Konzept  wirksam ergänzen. Darum sind Sie dazu eingeladen, die Hospitationen entsprechend zu nutzen.

1.3 Vertiefungen

Auf der Webseite "Was muss ein Lehrer können ? - Versuch einer Annäherung" finden Sie Informationen, die den globalen Begriff der Berufskompetenzen des Lehrer detailliert entfalten.

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2.0 Die aktuelle Diskussion

2.1 Standards der Lehrerbildung

Die Quellenangabe des Wortspiels weist dessen inzwischen ehrwürdiges Alter aus. Dennoch hält der Verfasser der Bausteine die darin enthaltenen und hier entfalteten Grundgedanken weiterhin für strukturell gültig. Dass didaktische Handlungsfähigkeit inzwischen anders bestimmt werden muss, als es 1965 der Fall war, ändert daran nichts.

Wollen Sie sich einen Begriff davon verschaffen, wie zentrale Fragen der Lehrerbildung, insbesondere deren Standards, gesehen werden? Dann finden Sie in den folgenden Literaturangaben einen aktuellen Zugang. Ihr Interesse verdient vor allem der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16. Dezember 2004. Dort werden detaillierte Aufstellungen zu Kompetenzbereichen und Kompetenzen von Lehrern dokumentiert.

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2.2 Eine Empfehlung

Edwin STILLER und Klaus WINKEL haben die hier entfalteten Gedanken auf eine griffige Formel gebracht (2007, S. 52), die sich als Leitmotiv für Ihre Ausbildung eignet:

  • Werde Lehrer - bleibe Lerner!
  • Werde Profi - bleibe Mensch!
  • Werde dein eigener Personalentwickler - arbeite an deinem professionellen Selbst"

2.3 Literaturgrundlage

Das Wortspiel der Überschrift zitiert den Titel eines Aufsatzes von 

  • Lawrence STOLUROW  
    in: 
    KRUMBHOLTZ, Learning and the Educational Process, Chikago 1965, S. 223 ff.)

Die Empfehlung stammt aus

  • Edwin STILLER - Klaus WINKEL
    Ergebnisorientierung in der Lehrerfortbildung
    forum Lehrerfortbildung Heft 41/2007 S. 52
    Im Internet finden Sie den Text hier.

Hingewiesen wird ferner auf

  • KMK
    Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister
    der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
    Standards für die Lehrerbildung:
    Bildungswissenschaften
    Übersicht in:
    Zeitschrift für Pädagogik 51 (2005) Nr. 2, S. 280 - 290
    Originaltext unter dieser Adresse:
    http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_12_16-Standards-Lehrerbildung.pdf

  • Sabine REH
    Die Begründung von Standards in der Lehrerbildung
    Theoretische Perspektiven und Kritik
    Zeitschrift für Pädagogik 51 (2005) Nr. 2, S. 259 - 265

  • Ewald TERHART
    Standards für die Lehrerbildung -
    ein Kommentar
    Zeitschrift für Pädagogik 51 (2005) Nr. 2, S. 275 - 279

  • ders.
    Standards für die Lehrerbildung
    Eine Expertise für die Kultusministerkonferenz
    Münster 2002 (ZLK-Texte Nr. 23)


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Ausgearbeitet von:     Dr. Manfred Rosenbach -       letzte Änderung am: 20.07.09
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